Die Würde des Menschen ist unantastbar…

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Das ist einer dieser Sätze, die bei Diskussionen zb über Flüchtlinge oder Leistungsempfänger mal eben schnell in die Runde geworfen werden, und von fast allen Menschen die ich kenne als total selbstverständlich gesehen werden…bis sie mal direkt mit dem Inhalt konfrontiert werden.

Es ist imho sehr viele einfacher jemandem Würde zuzusprechen, den man als Opfer sieht oder sympathisch findet, als gleiches jemandem zuzugestehen, den man als Täter und abstossend empfindet . Das ist verständlich und sehr menschlich, aber eben auch grundfalsch.

Würde ist eben nicht an Bedingungen geknüpft,  ist nicht absprechbar, egal wieviel Mist jemand gemacht hat, sie ist unabhängig jeglicher Schuldfrage – sie ist die letzte Konstante, die allen bleibt, zumindest wenn man das GG schätzt. Daran ändert sich auch nichts, wenn ein Provokateur die Bedeutung des Wortes nicht kennt und die eigene verletzt. Wenn wir unsere Grenzen durch die des Gegenübers ersetzen, können wir auch gleich all unsere Ideale schreddern

Das diese Haltung als Victimblaming bezeichnet wird, macht mich traurig und nachdenklich und  zeigt auch, wie wenig objektiv gewertet wird

Victimblaming im aktuellen Fall wäre, würde ich dem Erstgemobbten Schuld am Mobbing geben. Das tu ich sicher nicht – ich relativier das auch nicht und ich denke, dass derartige Handlungen Konsequenzen haben sollten.

Die Konsequenz kann aber nicht sein, dass eine regelrechte Hetzjagt beginnt und auf allen Kanälen bisweilen krasseste Emotionen freien Lauf gelassen werden. Auch Mobbing rechtfertigt Mobbing nicht, genauso wenig, wie jede andere Straftat durch eine Straftat gerechtfertigt werden kann – die lösen sich ja nicht gegenseitig auf, sondern es sind dann schlicht 2 Fälle

Darauf hinzuweisen ist kein Victimblaming! sondern der Versuch eine Eskalationspirale zu verhindern.

 

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