Schule, Jugend, Bildung: Pakt am Nachmittag, Vandalismus und Raumluft an der Heinrich-Schütz-Schule

Notizen aus dem Ausschuss Schule, Jugend, Bildung am 23.11.16

Der Ausschuss beginnt mit einer Präsentation zu dem Programm “Pakt am Nachmittag” in Kassel. Grob zusammengefasst geht es dabei um eine bessere Verquickung Lehrer/Erzieher, eine Verzahnung von Schule und Jugendhilfe, mit dem Ziel mehr Bildungsgerechtigkeit und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Mittlerweile nehmen 15 von 27 Kasseler Grundschulen daran teil, mit einer Betreuungsquote von 82,4%. An den einzelnen Schulen variiert das zwischen 61 und 100%. An den anderen Schulen gibt es nach wie vor Horte. Die Ressourcenzuweisung erfolgt nach Schülerfaktor. Ein Drittel der Ganztagsmittel geht in Lehrerstunden und kann nicht kapitalisiert werden. Der Stellenanteil pro Schüler liegt bei 0,0094. Pro Standort gibt es 20-30 Stunden Sozialarbeit, deren Tätigkeit umfasst ca 50% praktische Arbeit mit den Kindern, sie sind Ansprechpartner und für die Qualitätsentwicklung zuständig. Ein Vorteil der Verbindung Jugendhilfe und Schule liegt im höheren Betreuungsschlüssel bei der Jugendhilfe (Schule 1:25, Jugendhilfe 1,5:25). Die Erzieher/Erzieherinnen gehen teils schon um 11:30 mit in den Unterricht, um einen Bruch zum Nachmittag hin zu verhindern. Bis 14:30 ist das Angebot Schule/Hort fließend, danach Hort. Man versucht das BEP zu implementieren und arbeitet mit dem ASD zusammen. Leider haben einige Schulen bisher räumlich noch nicht die Möglichkeiten. Dem Ziel eines niederschwelligen Angebots stehen auch die Elternbeiträge entgegen (bei Betreuung bis 17Uhr incl Ferien 155.-/Monat) und es Bedarf einer gekonnten Koordination, gerade bei den knappen personellen Ressourcen. Wichtig seien eine verlässliche Finanzierung und verlässliche Strukturen. Die Folien werden der Niederschrift beigelegt.

Für die Anfrage der Linken zu den Schülerzahlen liegen momentan die Zahlen noch nicht vor.

Zu Anfrage 3 von B90/Grüne zu den Kasseler Umweltschulen findet man hier Informationen. Unter anderem wurde die OSW ausgezeichnet.

Anfrage 4 wurde auf die nächste Sitzung geschoben.

Das nächste Thema wurde dann kontrovers diskutiert. Die CDU-Fraktion hat eine Anfrage bezüglich der Vandalismusschäden an der HSS gestellt. Von der Stadt liegt dazu eine Antwort vor, in der erklärt wird, dass es im Sommer 16 vermehrt zu nächtlichen Sachbeschädigungen. Als Sofortmaßnahme wurde das Gelände ab 25.07. nachts durch einen privaten Sicherheitsdienst bestreift. Seither ist dort ein deutlicher Rückgang der nächtlichen Aktivitäten zu beobachten. Die Bestreifung ist nicht auf Dauer angelegt, sondern kann nur zeitlich begrenzt erfolgen. Die Vandalismusschäden an der HSS belaufen sich im laufenden Jahr auf 9361,40€, die Vandalismusschäden insgesamt auf 79.863,68€. 2015 lagen sie insgesamt bei 158.595,61€, 2014 bei 123.538,38€. Es ist nicht zu erwarten, dass die Schäden bis Ende des Jahres höher als in den letzten Jahren sein wird.
Herr Jäger, Amtsleiter der Hochbau und Gebäudebewirtschaftung nennt einige Beispiele für Situation an der HSS und erläutert, dass im speziellen Fall an der HSS der Einsatz eines Sicherheitsdienstes geholfen habe, man könne aber nicht alle Schulen bestreifen. Man habe auch eine Regelung mit den Stadtreinigern gefunden, die bei starker Verschmutzung recht kurzfristig angefordert werden können. Einen deutlichen Trend nach oben könne man nicht erkennen.
Herr Dr. von Rüden, CDU, betont die Heftigkeit des Vandalismus vor Ort, ganze Bäume seien zerstört worden. Eine Bestreifung sei nur zeitlich begrenzt möglich und im Sommer werden die Alkoholgelage dort wieder anfangen. Die CDU möchte gern einen Zaun um das Gelände und als nächsten Schritt Videoüberwachung.
Frau Janz hält dieses Ansinnen für schwierig, man habe dort denkmalschutzgerecht saniert, das Unterfangen werde sehr teuer. Sie wolle aber auch keine abgeschotteten Schulen.
Herr Dr. von Rüden erwidert, dass es sich dabei um den Wunsch der Schule handle.
Herr Jäger betont, dass ein Zaun niemanden abhalte zu randalieren.
Herr Aulepp, Die Linke, führt den Vandalismus auf fehlende Jugendarbeit im VW zurück und bemängelt die Kürzung des Hausmeistereinsatzes.
Herr Leitschuh, CDU, erwidert, es sei Aufgabe der Stadt für Ordnung zu sorgen, egal warum jemand randaliere. Ein Zaun habe auch eine informative Wirkung.
Herr Schmolinski, SPD, rät eher zu mehr Beleuchtung, man könne auch über das Entfernen der Hecke nachdenken. Ein Zaun helfe auch nicht grad die Akzeptanz von Schulen zu erhöhen. Er wolle keine weitere Einschränkung der Privatsphäre der Schüler, das sei unverhältnismäßig.
Herr Müller, B90/Grüne, lehnt einen Zaun ab, das zerstöre die Qualität aller öffentlichen Räume und es ist immer nur Verdrängung.
Frau Sittek, AfD, schlägt Betonpoller mit Schildern “Betreten verboten! ” vor.

Der nächste Tagesordnungspunkt betrifft ebenfalls die HSS. Eine Anfrage der CDU-Fraktion zum Sachstand der Raumluftuntersuchungen des Malwida-von-Meysenbug-Flügels.
Herr jäger erklärt, dass jetzt, nach einigen Nachbesserungen die Luftqualität in Ordnung sei. Ein Vernebelungsversuch habe gut funktioniert, die Raumluft wird 3x pro Stunde ausgetauscht. Das sei besser als mit Fensterlüftung. Jedes Klassenzimmer habe einen Lüftungsflügel, den man vorher nur eingeschränkt, jetzt aber ganz öffnen könne.Herr Dr.von Rüden fragt, ob die Versetzungswünsche jetzt zurückgezogen wurden, Frau Janz entgegnet, dass das Schulamt sowas nicht mitteile, Von Frau Blumenstein gäbe es keine neue Rückmeldung. Herr Dr. von Rüden  mag sich so nicht abspeisen lassen, über sowas würde doch geredet, Frau Janz bleibt dabei, dass dies beim Schulträgergespräch kein Thema war.

19 Uhr – Ende der Sitzung.

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